Mitarbeiterentwicklung mit Patrick Lahr von Hospiritel

Hospiritel mit Patrick Lahr

Hotelbetriebswirt, Persönlichkeits-Trainer und Coach für Gastronomenbzw. Hoteliers. 10 Jahre Aktiv in der Hotellerie in facettenreichem Umfang. Patrick Lahr, der Hotel Spirit Entwickler, hat ein paar interessante Ansätze für Gastronomen und Hotelliers zu dem Thema: Mitarbeiterentwicklung.

Tom:

Patrick ist Hotelbetriebswirt, Persönlichkeitstrainer und bereits seit mehr als 10 Jahren in der Hotellerie. Aktuell ist er als Spirit bzw Hotel-Spirit Entwickler unterwegs und verfolgt damit seine Leidenschaft herzlich willkommen Patrick.

Patrick Lahr:

Hallo Tom vielen vielen Dank dass du mich einlädst!

Tom:

Ich freue mich auch! Cool. Stell den Gastronomen da draußen auch gerne einmal vor wer du bist und wie du in die Gastronomie gerutscht bist.

Patrick Lahr

Ja ich fange mal von hinten an, wie bin ich in die Hotellerie gekommen bin.

Ich habe eine ganz normale klassische Ausbildung zum Hotelfachmann gemacht nach meinem Realschulabschluss. bin einige Jahre in der Hotellerie an der Rezeption tätig gewesen und habe eine Weiterbildung gemacht zum Hotelbetriebswirt wie du es gerade gesagt hattest und bin so ja nach der Hotelfachschule in eine Unternehmensberatung gerutscht, wo ich dann einige Zeit Hotel Tests gemacht habe für die französische Hotelkette Accor und, hab in der Zeit einfach mein Herzensthema dort gefunden und was mich eben ausmacht ist, dass ich die Menschlichkeit, also den Spirit in die Hotellerie bringe.
Das hat sich jetzt, nachdem ich mich vor fünf Jahren mit der Persönlichkeitsentwicklung ein bisschen intensiver beschäftigt habe so ergeben, dass nämlich genau der Teil den ich jetzt in der Hotellerie entwickeln möchte fehlt.
Das ist jetzt mein Weg den ich gehe.

Was macht ein Hotel Spirit Entwickler?

Tom

Spannend Patrick. Kannst du mal genau erzählen, was ein Hotel-Spirit Entwickler denn macht, also kannst du dann paar konkretere Sachen zu erzählen?

Patrick

Sehr gerne um die Frage zu beantworten möchte ich mal ganz kurz einen Satz nennen, was wir denn eigentlich machen. Das ist ein ganz einfacher Satz: Wir entwickeln den Spirit in der Hotellerie.

Wichtig ist jetzt zu wissen was bedeutet, das Wort entwickeln und was bedeutet für uns der Begriff „Spirit“- Ich möchte aber mit „entwickeln“ anfangen entwickeln ist ja die ent-Wicklung von etwas. Etwas auszupacken wie ein Bonbon aus der Silberhöhle und dieses Bonbon in der Mitte, Ist der Spirit! Das „Selbst“ eines Menschen und der Sinn der Hotellerie der ursprüngliche Sinn der Hotellerie.

Warm und das macht bei uns die Menschlichkeit und die Gastlichkeit aus also die zwischenmenschlichen Beziehungen und das was ich eben herausgefunden habe in den zwölf Jahren die ich in der Hotellerie bin, sind vier wichtige Tugenden, die so Die wir aber gemeinsam mit einigen weiteren Mitgliedern, also weiteren
Spirit Entwickler in die Hotellerie bringt.

Das sind vier Tugenden, die für uns essentiell sind. Das ist einmal der Respekt. Die Ehrlichkeit, die Hilfsbereitschaft und das Mitgefühl. Sehr häufig wird es sehr oberflächlich. Behandelt, also sehr Ego-gesteuert in der Hotellerie praktiziert und. Wir wollen aber wieder wieder zum Kern des ganzen kommen. Und das ist das was wir machen wir geben Trainings.

Wir geben Einzelcoaching für Führungskräfte, wir machen Beratungen in der Hotellerie, also wirklich sehr vielfältig, aber immer mit dem Sinn den Spirit,  in der Hotellerie zu entwickeln Menschlichkeit Gastlichkeit zu fördern und die zwischenmenschlichen Beziehungen.

Tom Gleitsmann:

Patrick, wie bist du überhaupt
darauf gekommen dann in dieser Richtung zu gehen du hast wie gesagt Hotelbetriebswirt studiert. Wieso hast du nicht gesagt „Ok stell lass mich jetzt im großen Hotel anstellen und mach dort Kosten- Leistungsrechnung“ oder ähnliches.

Was hat dich dazu konkret motiviert zu sagen: „Ich mache mich selbstständig und ich gehe jetzt genau diesen Weg. Hast du da so eine so eine Vision so ein „Warum“?

Die Vision von Patrick?

Patrick Lahr:

Ein ganz konkretes „Warum“ habe ich nicht, weil es für mich einfach
so vorgegeben ist. Also das ist von mir eine Intuition gewesen. Immer schon und natürlich gab’s in den zwölf Jahren die ich jetzt in der Hotellerie tätig bin, einige Punkte wo ich gesagt habe „Hey,
dass akzeptiere ich einfach nicht mehr so wie das aktuell in der Hotellerie und Gastronomie läuft und die Ansammlung der Punkte hat mich nach den ganzen Jahren dann dazu bewegt, Mich vor fünf Jahren dafür entschieden zu haben, genau den Weg weiterzugehen.

Ich habe in meinen 12 Jahren eigentlich alle Sterne Hotels einmal durch gehabt. Von der drei Sterne bis zur 5 Sterne plus Kategorie. Ich war von Business bis Wellness und Gesundheitshotellerie tätig. Von Servicekraft also von einem Auszubildenden bis zum Assistent der Geschäftsleitung und.
Habe auch Hotels beraten.

Seit fünf Jahren beschäftige ich mich sehr intensiven Persönlichkeitsentwicklung und unsere Vision, um darauf noch mal zurückzukommen ist es ja die Hotellerie als Persönlichkeitsentwicklungs Schmiede zu sehen. Denn nichts anderes ist das. Und was uns eben oder was mir persönlich immer fehlt ist die ehrliche Menschlichkeit.

Die zwischenmenschlichen Beziehungen, die sehr Ego-gesteuert waren und nie, von innen heraus gefühlt mit Emotionen behaftet gelebt werden sondern, ja „gezwungen“ sind, um einem gegebenen Sinn zu dienen.
Also von außen gegebenen Faktoren, nicht von innen.

Tom:

Patrick, was sind denn die häufigsten Fehler in Sachen Mitarbeiterentwicklung in der Gastronomie, die du in Hotels beobachtest?

Mitarbeiterentwicklung – Die häufigsten Fehler in der Gastronomie

Patrick Lahr:

Fehlende Menschlichkeit und all das was daraus resultiert.
Der Mensch wird sehr häufig als Maschine gesehen. Nicht als ein Mensch, der Individuelle Bedürfnisse hat und eine Geschichte trägt.
Das ist bei Gästen häufig so, also der Mitarbeiter sieht den Gast häufig nicht als,
Mensch mit unterschiedlichen Bedürfnissen sondern,
häufig ist der Gast aus Sicht des Mitarbeiters ein Störfaktor und
wir versuchen oder viele Hoteliers versuchen, die Gäste oder die zwischenmenschlichen Beziehungen zu standardisieren. Ganz häufig in Kettenhotellerie zusehen. Ich erinnere mich jetzt an eine Einarbeitungszeit,
bzw. eine Einarbeitungsphase, wo ist zwei Wochen vor dem ersten Arbeitstag so einen dicken Schinken an Ordnern bekommen habe, den ich durchzuarbeiten hatte. Wie ich auf Reaktionen von Menschen zu reagieren habe.

Und der Störfaktor dort ist, dass die Bedürfnisse des Gastes nicht gesehen werden, sondern die Bedürfnisse aller Menschen versucht werden in einen Standard zu pressen. Aus Gäste Sicht aus Mitarbeitersicht aus Führungskräfte Sicht und aus Manager Sicht und. Der Mensch wird einfach nicht erkannt als das was er ist sondern als das was er uns vielleicht bringt.

Geld, Trinkgelder, die Hotellerie hat sich hat sich mittlerweile zu einer sehr Ego gesteuerten Branche entwickelt, was ich sehr schade finde, weil die Hotellerie ist einfach eine Branche, in der jeder Mensch so sein darf oder sein sollte wie er wie er es gerne möchte. Und sind unheimlich viele Störfaktoren, die genau da so ein bisschen Sand im Getriebe sind.

Tom:

Komplett neue Ansichten. Gerade mit dem standarisieren. Auch gerade in großen Hotelketten, wie du schon gesagt hattest gibt meistens so 2-3 Einführungstage einarbeitungs Tage, Ja, es wird eine Corporate Identity vorgelegt, das ist unser „Unternehmensleitbild“ sage ich mal. So haben wir auch verschiedene Impulse zu reagieren. Wird halt sehr sehr häufig gemacht ja was um den halt dementsprechend eventuell den Qualitätsstandard hochzuhalten aber du hast ja so mal einen ganz anderen Einblick da gerade eingegeben das ist nicht unbedingt immer die da beste Entscheidung ist sowas zu machen.

Patrick von Hospiritel:

Was ich noch dazu sagen möchte Standards grundsätzlich sind überhaupt nichts schlimmes. Standard sind für mich aber die Basis und also wenn wenn man die Standards wirklich so straight durchführt. Wichtig ist das, die Menschen Mensch bleiben also Menschen bleiben dürfen ja und es ist mir jetzt noch mal noch mal klar geworden, nachdem du das kurz zusammengefasst hattest.

Häufig sind Menschen einfach in den falschen Positionen und das ist ein unheimlich großer Störfaktor, denn:

Der innere Kern. Der Sinn eines Menschen wird oft häufig missbraucht, indem sie einfach eine Position bekommen oder einen Beruf nachgehen, der nicht ihnen entspricht. Wenn ich jetzt beispielsweise einen sehr extrovertierten Mitarbeiter in die Buchhaltung stecke, dann wird er sich dort nicht wohl fühlen. Dieser Mitarbeiter ist eher gut, ihn an den Gast zu lassen. Das ist jetzt ziemlich einfach und ziemlich pauschal ausgedrückt, aber sowas geht auch noch viel detaillierter.

Digitalisierung für das Betriebsklima in der Gastronomie & Hotellerie

Tom:

Wie könnte denn die Digitalisierung konkret dabei helfen, dass Betriebsklima in der Gastro bzw. der Hotellerie zu verbessern?

Patrick Lahr:

Ja, sehr spannendes Thema. Mir fallen gerade zwei Punkte ein. Das ist einmal Dienstplangestaltung, um da ein bisschen harmonischeres Terminplanung
hinzubekommen. Vielleicht ein Intranet, um dort die wichtigsten Internas zu regulieren aber, du bist da eher der Spezialist und mich würde mal interessieren was du da sagst.

Tom:

Hahaha, ok, werfen wir das Interview einfach mal rum oder was okay cool. Ja gut Betriebsklima. Das Betriebsklima hängt ja auch immer so ein bisschen damit zusammen, was für eine Laune und was für eine Einstellung die einzelne Mitarbeiter haben.

Und du weißt bestimmt auch selber das, wenn es ja mal stressig wird oder ja ich denke auch noch mal der Ton oder die Art des Miteinanders im sich verändern kann in den Phasen. Und von daher kann es und wird Digitalisierung für Entlastungen der Mitarbeiter sorgen. Also mehr Zeit weniger Überforderung und weniger Überforderung bedeutet ein besserer Betriebsklima.

Ein Punkt könnte dabei Chatbots sein. Häufig hat man es ja, dass
die Mitarbeiter im Service dann häufig ans Telefon gehen müssen. Weil wir haben hier ja eine Frage von dem Gast , eine Support Frage. In der Regel sind das Standardfragen, die man vorher elemenieren kann, um den Mitarbeiter zu entlasten. Das war auch nur ein kleines Beispiel. Ich habe dafür mal eine Podcastfolge gemacht. Nämlich „Chatbots in der Gastronomie“.

Danke für die Rückfrage zum Thema Digitalisierung in der Gastronomie, Patrick!

Dann machen wir auch gleich mal direkt mit deinem Spezialgebiet würde ich sagen nämlich der Mitarbeiterentwicklung.

Kannst du uns drei Tipps für den Bereiche Mitarbeiterentwicklung geben, die auch für kleine Hotels bzw. für Kleinbetriebe umzusetzen sind?

Tipps für die Mitarbeiterentwicklung in der Gastronomie

Patrick:

Ganz einfach: Schaut euch die Stärken der Menschen an und fördert die Stärken anstatt die Schwächen ständig schulen oder ausbauen zu wollen, denn ich bin fest der Überzeugung, dass jeder die Stärken hat, die er dir zu dem Zeitpunkt gut einbringen kann. In das was er tut. Das ist so der der erste Tipp.

Da sind Gespräche wichtig, da ist Mitgefühl wichtig, da ist doch einfach mal ja ein ein ein offenes Gespräch sehr wichtig. Ja, um einfach darüber zu sprechen. Was will mein Mitarbeiter eigentlich. Was will er nicht, und wo fühlt er sich wohl. Dann ganz klar die Menschlichkeit mit den vier Tugenden auf allen Ebenen.
Von Management zu den Führungskräften, von den Führungskräften zu den Fachkräften und von den Fachkräften auch zu den Gästen und zu den Lieferanten. Finde ich einfach ein super wichtiges Tool.

Dann kann der Gewinn, der am Monatsende erzählt wird, der größte Nebenverdienst sein, oder ein ja Nebeneffekt sein. Mir fallen jetzt nur die zwei ein, weil die für mich einfach wirklich ausschlaggebend sind.

Tom Gleitsmann:

Supertipps. Manchmal ist weniger auch mehr. Wenn man sich diese zwei Tipps fokussiert. Wichtiges ist glaube ich auch immer, eins zur Zeit umzusetzen und sich darauf zu fokussieren, dass im gastronomischen Betrieb zu etablieren oder besonders mal darauf zu achten, anstatt sich damit zu überfordern und alles versuchen gleichzeitig umzusetzen.Vor allen Dingen auf die Stärken der einzelnen Mitarbeiter eingehen und vorher in einem Gespräch analysieren, was möchte mein Mitarbeiter und versuchen ihn mehr in diese Position zu schicken wenn es geht.

Was ich ergänzend dazu sagen kann, was ich persönlich wichtig finde:
Ich weiß nicht wie es bei anderen ist, aber Perspektiven geben innerhalb eines Betriebs ist unglaublich wichtig.

Ich glaube in der Betriebswirtschaft nennt sich das Karriereplanung.
Das man also einen Karriereplan macht. Was hat der Mitarbeiter für ein Ziel und wo möchte der Mitarbeiter hin? Ich denke das ist auch ein cooles Tool. Ich weiß nicht was du davon hälst?

Patrick:

Finde ich großartig finde ich wirklich grossartig das ist einmal aus betriebswirtschaftlicher Sicht super, weil es einfach planbar ist. Es ist aber auch…

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Das war ein Ausschnitt aus dem Interview mit Patrick Lahr. Ich empfehle dir, dir die ganze Podcastfolge einfach anzuhören, damit du sie auch akkustisch aufnehmen kannst.

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